Historie

Der Fußball-Club Grosselfingen 1910 e.V. seit seiner Gründungszeit

Am 3. Juli 1910 trafen sich 26 junge Männer aus der Gemeinde, um den Vorschlag ihres Freundes Karl Mößmer zu diskutieren, ob man in den eigenen Reihen gemeinsam das aus der Oberamtsstadt bekanntgewordene Spiel mit dem runden Leder aufgreifen solle. So komisch wie dies auch in der heutigen Zeit klingen mag, da der Fußballsport zu einem Volkssport geworden ist, dem sich eine große Zahl aktiver Spieler und eine um ein Vielfaches größere Zahl von Zuschauern verschrieben haben, die mit Kennerblick und kritischer Beobachtung die Kulisse bilden und bei Auswärtsspielen ihrem Verein als Schlachtenbummler das Rückgrat stärken. Auch diese überragende Stellung des Fußballsports begann einmal aus kleinsten Anfängen. Gerade diejenigen, welche damals dabei waren, wissen zu berichten und erzählen dies immer wieder, mit wie viel Widerständen und Vorurteilen sie sich auseinandersetzen mussten.

Erste aktive Mannschaft aus dem Jahre 1910 von links nach rechts, vorn: Karl Mössmer, Josef Volm, Herrmann Volm.
Knieend: Franz Xaver Ostertag, Otto Dehner, hinten: Johann Volm, Eugen Beck, Josef Koch, Otto Karsch, Johann Mößmer, Johann Ruff, Karl Ostertag

In den zahlreichen Berichten, die über diese Zeit hinweg geschrieben wurden und die damals noch 13 überlebenden Gründungsmitglieder beim 40jährigen Bestehen des Vereins gegeben haben, taucht mit dem einstigen Dorfpfarrer Stanislaus Fechter immer wieder der Name eines Mannes auf, der ein wahrhaft eifriger Ver-fechter der Sportler war. Er half ihnen, so manche Hürde aus dem Weg zu räumen und stärkte ihnen den Rücken bei all ihren Vorhaben, auch wenn auf dem Sportplatz des Ortes nicht gerade ideale Bedingungen herrschten. Er soll den Aktiven sogar einen Ball geschenkt haben, nachdem der aus eigenen Mitteln gekaufte seinen Geist aufgegeben hatte.

Bild: Pfarrer Fechter

In der Tat lässt sich heute kaum noch die riesige Begeisterung erklären, welche damals dazugehörte, den Fußballsport aktiv zu betreiben. Man legte zu Fuß Entfernungen zurück, die heute selbst aktive Wanderer kaum mehr auf sich nehmen würden. Umso verblüffender ist es, dass gerade zu einigen Gemeinden auf der Alb, insbesondere nach Tailfingen, besonders herzliche Verbindungen bestanden. Vielleicht war dieser Umstand auch darauf zurückzuführen, dass Grosselfingen, mit Ausnahme der Kreisstadt, in seiner Umgebung führend war und die Gründung von entsprechenden Vereinen in den Nachbargemeinden der näheren Umgebung erst später erfolgte. Die meisten von ihnen sind ja auch aus den Turnerbewegungen hervorgegangen. So wundert es nicht, dass gerade die damaligen Aktiven des FC Grosselfingen bei so viel Begeisterung auch in den Vergleichs-spielen immer recht gut abschnitten. Leider zerstörte der 1. Weltkrieg wenige Jahre nach dem Beginn vieles von dem, was man zuvor mühsam aufgebaut hatte. Von den 26 Kameraden, welche den Verein ins Leben riefen, kehrten zehn nicht in die Heimat zurück. So konnten die Übriggebliebenen in der folgenden Zeit nur einen Neubeginn versuchen. Auch ein neuer Sportplatz wurde gefunden. So spielte man kurze Zeit im Ort im Bereich der Hainburg- bzw. Egartstraße.

Gründungsmitglieder beim 60-jährigen Jubiläum von links nach rechts: Feßler Anselm, Walter Friedrich, Ostertag Xaver, Ruff Johann, Beck Eugen, Beck Josef, Ostertag Karl.
1. Pokalsieger 1925 in Hechingen beim Fürstenpokal war der FC Grosselfingen hinten von links nach rechts: Volm Christian, Dehner Otto, Ruff Johann, Kretz Josef, Dehner Alois, Ruff Alois, Dehner Josef. Mittlere Reihe: Volm Christian 2, Sickinger Moritz, Klingler Franz-Josef, Herrmann Jakob. Vordere Reihe: Rager Adolf, Endreß Hubert, Volm August, Ruff Alois des Markus, Rager Johann.

Um das Jahr 1925 erlebte der FC Grosselfingen sicherlich eine der vielen Höhepunkte in seinem 100jährigen Bestehen. Vielleicht war es der Gruppensieg in der C-Klasse eines Pokalturniers in Hechingen, welches nach diesem sportlichen Erfolg für einen beachtlichen Aufschwung sorgte. So wurde auch dann sehr rasch die 1. Jugendmannschaft gebildet, von denen dann einige Zeit später Spieler in die erste Mannschaft aufrückten.

Mannschaft im Jahre 1929 von links nach rechts: Josef Oesterle, Christian Volm, Spiegel, Eugen Uhl, Eugen Heß, Alois Ruff, Josef Uhl, Moritz Sickinger, Sebastian Dehner, Adolf Uhl, Jakob Herrmann, Anton Koch, Schiedsrichter Würz aus Tailfingen.

1931 erfolgte die erste Fahnenweihe. Es spielten zwei aktive Mannschaften und schon damals räumte man auch der Jugend ein Mitspracherecht ein, indem einer ihrer Vertreter in die Gesamtmannschaft berufen wurde. Insbesondere diejenigen, die in dieser Zeit als aktive Spieler dabei waren, wissen zu berichten, dass der FC Grosselfingen damals zu den spielstärksten Mannschaften zählte. Von 1935 bis 1937 ruhte der Spielbetrieb.

Fahnenweihe

Dann musste man sich nach einem neuen Sportplatz umsehen, da insbesondere die älteren Sportfreunde nicht mehr den beschwerlichen Weg auf den Berg auf sich nehmen wollten. So entstand im Jahre 1938 in unmittelbarer Nähe der bebauten Ortslage der neue Platz auf den Weiherwiesen. Zwangsläufig brachte auch der letzte Weltkrieg erneut einen Rückschlag. Der Fußballsport stagnierte. Erst am 22. März 1947 wurde der Verein mit Genehmigung der Militärregierung, um die sich Alois Beck mehr als verdient gemacht hat, neu konstituierte.

Zum 1. Vorsitzenden wählten die Sportkameraden Josef Uhl, der diese Aufgabe jedoch wegen Arbeitsüberlastung nicht lange übernehmen konnte. So wurde zum Zeitpunkt der Vorbereitungsarbeiten zum 40jährigen Jubiläum Andreas Dehner des Jakob 1. Vorsitzender des Vereins. Mit Stolz verweist man auf den sportlichen Erfolg durch die Erringung der Meisterschaft in der Bezirksliga Zollern.

Der Meister der Bezirksklasse Zollern beim 40jährigen Gründungsfest des FC Grosselfingen am 4. Juni 1950 stehend: Sebastian Beck, Josef Fahrner, Andreas Volm, Johann Beck, Heinrich Volm. Mitte: Christian Dehner, Johann Dehner, Andreas Dehner. Vorne: Xaver Lörch, Stefan Pflumm, Heinrich Beck.

Vorübergehend übernahm dann Bürgermeister Senner den Vorsitz. Sechs Jahre leitete Johann Koch den Verein. In dieser Zeit wurden drei Meisterschaften errungen. So hatte sein Nachfolger August Endreß viel Mühe, diesen guten Stand zu erhalten. Gemeinsam schaffte man es sogar, in wenigen Jahren Anwärter für die Amateurliga zu werden. Die Basis dafür war die gute Kameradschaft und das Eintreten füreinander. Selbstverständlich wurde im gebührenden Rahmen 1960 das 50jährige Bestehen gefeiert, bei dem trotz des schlechten Wetters eine große Zahl von Gäs-ten das Hauptspiel des FC Hechingen gegen den TSV Burladingen ver-folgte, bei dem die Hechinger Sieger blieben.

Ein weiterer sportlicher Höhepunkt für den FC Grosselfingen war der Gewinn der Meisterschaft nach einem schweren Kampf im Heimspiel gegen Truchtelfingen. Damit, so berichtete damals die Tagespresse, fiel der Titel an einen der ältesten und traditionsreichsten Vereine des ehemaligen Landkreises Hechingen. Der FC Grosselfingen stieg in die 2. Amateurliga auf, was ihm auch im ganzen Kreisgebiet gegönnt wurde.

Im April des Jahres 1965 war es dann ein weiteres Mal, dass der FC Grosselfingen das Hohenzollernpokalturnier der A-Klasse veranstalten durfte. Unter der Führung des damaligen 1. Vorsitzenden Ludwig Oesterle gestaltete der FC ein buntes Programm über die Festtage, das bei allen Beteiligten sehr gut ankam. Nachfolger in dieser Position wurde Otto Karsch. Er führte den Verein in der Zeit, da die 1. Mannschaft die oberste Spielklasse erreicht und in der damaligen 2. Amateurliga um Punkte kämpfte.

Eine außerordentliche Mitgliederversammlung vom 26. August 1967 sollte dann für den Fußball-Club ein ganz entscheidender Schritt sein, denn die Tagesordnung enthielt zum ersten Mal offiziell den Programmpunkt: „Bau eines Vereinsheims“. Es sollte die Verantwortlichen noch lange Zeit beschäftigen, bis es soweit war, dass man dieses Vorhaben in einer Größenordnung von weit über 100.000 DM verwirklichen konnte.

Sportheim im Bau 1968

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Der Schriftführer konnte darauf hinweisen, dass die Mitglieder Andreas Volm und Hermann Schneider alleine 219 bzw. 218 Stunden für den Bau des Vereinsheims tätig waren. Aber auch zahlreiche Gewerbetreibende machten sich durch ihren selbstlosen unentgeltlichen Einsatz ebenso verdient. Zum Beginn des Jahres 1970 steckte man sich das Ziel, das Bauvorhaben bis zum Jahresende zu vollenden, was auch gelang.

So fand der FC für das Spiel um den Ball dorthin zurück, wo er im Jahre seiner Gründung im Jahre 1910 auf Anregung des Bürgersohns Karl Mößmer begonnen hatte. Natürlich erinnerte man sich in diesen Tagen in Grosselfingen voller Freude der schönen Erfolge, welche der Verein bisher in sportlicher Hinsicht errungen hat. Als im Jahre 1976 dem damaligen Vorsitzenden Konstantin Dehner erneut das Vertrauen ausgesprochen wurde, hatte der Verein fünf Mannschaften im laufenden Spielbetrieb. Es wurden allein über 50 Jugendspieler betreut. So konnte man mit Genugtuung feststellen, dass der Nachwuchs nur zur Freude Anlass gab. Die A-Jugend wurde Meister der Kreisstaffel II.

Erste ungeschlagene Meisterelf der A-Klasse.
Hinten:
Sebastian Beck, Josef Fahrner, Eugen Dehner, Andreas Volm, August Schilling, Johann Dehner.
Vorne: Christian Dehner, Hans Beck, Stefan Pflumm, Josef Beck, Heinrich Volm

Bei der Jahreshauptversammlung im März 1979 wurde Anton Bogen-schütz zum 1. Vorsitzenden gewählt. 1981 richtete man anlässlich des 80-jährigen Vereinsjubiläums das Hohenzollernpokal-Hauptturnier aus. Mitte der achtziger Jahre begann man mit dem Bau eines weiteren Sportplat-zes. Dieser wurde 1985 mit Feier des 75jährigen Vereinsjubiläums seiner Bestimmung übergeben.

Beim 80jährigen Vereinsjubiläum war der FC Grosselfingen Veranstalter des Hohenzollern-Pokal-Vorturniers. 1991 gelang der 1. Mannschaft ungeschlagen der lang ersehnte Aufstieg in die Bezirksliga Zollern, in der man sich schnell behauptete und 1993 sogar nur aufgrund des schlech-teren Torverhältnisses hinter dem TSV Nusplingen Vize-Meister wurde. 1993 konnte der FC zudem nach langer Zeit wieder einmal den Hohenzollern-Pokal gewinnen.

Ungeschlagener Meister 1991 in der Kreisliga A mit 42:6 Punkten hinten: Anton Bogenschütz, Franz Ruff, Georg Karsch, Hans-Günter Schneider, Roland Lörch, Thomas Teuber, Bodo Baumann, Karl-Heinz Senner, Marc Egenter, Johannes Pflumm, Roland Beck, Heinrich Lörch. Vorne: Harald Keller, Thomas Kanz, Klaus Pflumm, Konrad Glöckler, Armin Schneider, Josef Pross, Javier Pascual, Gerhard Beck, Oliver Dehner.

1994 wurde bei der Jahreshauptversammlung Rudi Senner zum 1. Vorsitzenden gewählt. Durch die Satzungsänderung im April 1993 bedingt, wählte man mit Erwin Dehner einen Abteilungsleiter für die Abteilung Fußball. 1994 konnte der FC Grosselfingen beim Hohenzollern-Pokal-Hauptturnier in Bisingen den Titel ohne Gegentor verteidigen. Ab der Jahreshauptversammlung Ende Januar 1995 lenkte Manfred Oesterle die Geschicke der Abteilung Fußball.

Mit Beginn der Saison 1995/96 übernahm Dietmar Gräschus die Funktion des Spielertrainers beim FC Grosselfingen. Der FCG reifte in den Folgejahren zu einer Spitzenmannschaft der Bezirksliga Zollern heran.

Vom „Seuchenjahr“ 1996/97 mal abgesehen, konnten sich die Schwarzweißen immer unter den ersten drei Mannschaften platzieren. 1998 und in der Saison 1999/00 wurde man jeweils Vize-Meister. Erstmals nach langer Zeit konnte 1998 wieder einmal der Sieg im Bezirkspokal errungen werden. 1996 und 1999 siegte der FCG jeweils beim Hohenzollernpokal-Hauptturnier.

Auch außerhalb des Spielfeldes hat sich in den vergangenen Jahren einiges bewegt. So wurde 1999 das Sportheim renoviert; das Ergebnis kann sich sehen lassen. Äußerst renovierungsbedürftig war auch der obere Sportplatz. Dieses Vorhaben wurde im Sommer 2000 in Angriff genommen.

Im März 2001 übernahm Wolfgang Haug das Amt des 1. Vorsitzenden und ist seit 2002 auch Abteilungsleiter Fußball. In den Folgejahren hörten einige Leistungsträger der 1. Mannschaft aus Altersgründen auf. Dies konnte in der Saison 2004/2005 nicht mehr kompensiert werden und man musste den Weg in die Kreisliga A Staffel II antreten. In den Jahren 2007 und 2008 wurde man unter Trainer Horst Heimann jeweils Vize-Meister und man nahm an der Relegation zur Bezirksliga teil. Beide Male scheiterte man äußerst knapp.


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